Du hast sicher schon mal von IP-Adressen gehört. Das sind die Nummern, die jedem Gerät im Internet zugewiesen werden, um es zu identifizieren und zu lokalisieren. Aber wusstest du auch, dass deine IP-Adresse viel über dich verraten kann? Zum Beispiel, wo du dich befindest, welchen Internetanbieter du hast oder welche Websites du besuchst. Das kann ein Problem sein, wenn du deine Privatsphäre schützen oder geografische Sperren umgehen willst. Deshalb ist es manchmal sinnvoll, deine IP-Adresse zu verbergen. In diesem Blogbeitrag erfährst du, was das bedeutet und wie du deine IP-Adresse verstecken kannst.
Die einfachste und sicherste Methode ist die Verwendung eines VPN-Anbieters. Das VPN verlangsamt deine Geschwindigkeit nicht so stark wie einige der anderen Methoden, schützt deine Verbindung, hält deinen IP-Standort geheim und umgeht Dienste, die deine echte Internetadresse blockieren.
Inhalt
Was ist eine IP-Adresse?
Alle Geräte, die aus deinem Netzwerk mit dem Internet verbunden sind, erhalten eine eindeutige IP-Adresse. Sie werden von Computern und Servern im Netzwerk verwendet, um miteinander zu kommunizieren. IP steht für „Internet Protocol“ – das grundlegende Kommunikationsprotokoll, das den Datenaustausch im Internet ermöglicht. Ohne IP-Adressen wäre keine Kommunikation zwischen Geräten möglich, da die Datenpakete ihr Ziel nicht finden könnten.
IPv4 und IPv6
Es gibt zwei Arten von IP-Adressen: IPv4 und IPv6. Die bekannteste Variante der heute geläufigen IPv4-Adressen besteht aus vier Zahlen, die Werte von 0 bis 255 annehmen können und mit einem Punkt getrennt werden, beispielsweise 192.168.1.1. IPv4 ermöglicht theoretisch etwa 4,3 Milliarden eindeutige Adressen – eine Zahl, die angesichts der weltweiten Internetnutzung längst nicht mehr ausreicht.
Im Gegensatz zur IPv4, verwendet die IPv6 128-Bit-Adressen. Die Adresse wird hexadezimal in 16-Bit-Gruppen notiert. Hier stehen die letzten 64 Bit für die Host-Adresse. Eine gültige IPv6-Adresse wäre zum Beispiel: 2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334. Mit IPv6 stehen nahezu unbegrenzt viele Adressen zur Verfügung – genauer gesagt 340 Sextillionen (3,4 × 10³⁸). Der Übergang von IPv4 zu IPv6 erfolgt weltweit schrittweise, wobei beide Protokolle derzeit parallel verwendet werden (Dual-Stack-Betrieb).
Öffentliche und lokale IP-Adressen
Außerdem unterscheidet man noch in externe oder öffentliche und interne oder lokale IP-Adressen:
Dein Internetanbieter gibt dir eine externe Adresse, mit der deine Online-Aktivitäten eindeutig identifiziert werden können. Die aufgerufene Website weiß daher, wer sich mit ihr verbindet. Wenn du im Internet surfst, verbindet sich dein Provider über deine externe IP-Adresse mit der Website. Aufgrund der Adresse lassen sich Internetprovider und der geographische Standort (Stadt, Bundesland, Land) ermitteln. Deinen Namen oder andere persönliche Daten werden nicht übertragen. Sie können aber im Rahmen der Strafverfolgung ausfindig gemacht werden.
Wichtig zu wissen: Viele Internetanbieter vergeben dynamische IP-Adressen, die sich bei jeder Neuverbindung ändern. Andere nutzen statische IP-Adressen, die dauerhaft zugewiesen bleiben. Bei dynamischen Adressen wird die Zuordnung zur Person über Zeitstempel in den Provider-Protokollen hergestellt.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied, dass eine IP-Adresse beim Datenschutz als personenbezogenes Datenelement gilt. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen: Unternehmen müssen IP-Adressen nach den strengen Regeln der DSGVO behandeln und dürfen sie nicht ohne rechtliche Grundlage speichern oder verarbeiten.
Jedes Gerät hat zudem eine lokale Internetadresse innerhalb deines Heimnetzwerks. Dein Router oder Kabelmodem weist deinem Computer diese lokale Adresse zu. Sie wird innerhalb des vorgegebenen Adressbereichs automatisch generiert. Typische lokale Adressbereiche sind 192.168.0.0 bis 192.168.255.255 oder 10.0.0.0 bis 10.255.255.255.
Wahrscheinlich hast du im internen Netzwerk eine andere Adresse als im öffentlichen Internet. Deine lokale Adresse repräsentiert dein Gerät in seinem eigenen Netzwerk, während die öffentliche Adresse dein Netzwerk im restlichen Internet repräsentiert. Diese Trennung wird durch NAT (Network Address Translation) ermöglicht, wobei der Router als Vermittler zwischen dem lokalen und dem öffentlichen Netz fungiert.
Warum sollte ich meine IP-Adresse verbergen?
Es geht nicht zwangsweise um das Geheimhalten von illegalen Aktivitäten, wenn man unerkannt surfen will. Anonym im Internet zu sein, schützt vor kriminellen Hackern und erlaubt, das Recht auf freie Meinungsäußerung auszuüben. Hier sind die wichtigsten Gründe im Detail:
Verberge deine Identität und verwische Spuren
Du hast das Recht, deine Privatsphäre zu schützen und Werbetreibenden, Tech-Firmen, Regierungen, Suchmaschinen oder Cyberkriminellen keine deiner Daten preisgeben zu müssen. Die Anonymität lässt dich z.B. als Medienschaffender deine Pressefreiheit ausüben.
Tracking und Profiling verhindern: Werbenetzwerke und Datenbroker nutzen deine IP-Adresse, um ein detailliertes Profil deines Online-Verhaltens zu erstellen. Sie können verfolgen, welche Websites du besuchst, wie lange du dort bleibst und welche Produkte dich interessieren. Diese Daten werden verkauft oder für gezielte Werbung verwendet. Durch das Verbergen deiner IP-Adresse erschwerst du dieses sogenannte „Fingerprinting“ erheblich.
Schutz vor Cyberangriffen: Wenn Hacker deine IP-Adresse kennen, können sie gezielte Angriffe auf dein Netzwerk starten, z.B. DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) oder Port-Scanning, um Sicherheitslücken zu finden. Besonders Gamer und Streamer sind häufig Ziel solcher Angriffe.
Umgehe Ländersperren
Über die Änderung der IP kannst Du deinen virtuellen Standort wechseln und auf eingeschränkte Inhalte zugreifen. Dies können Streaming-Angebote wie Hulu, SiriusXM oder HBOMax sein, aber auch Presseangebote, wie New York Daily News, welches aufgrund europäischer Datenschutzvorgaben nicht mehr aus Deutschland erreichbar ist.
Wusstest Du, dass Plattformen wie booking.com es erlauben, länderspezifische Preise für Hotelraten festzulegen? Dieses Phänomen nennt sich Dynamic Pricing oder Geo-Pricing. Studien haben gezeigt, dass Preise für Flüge, Hotels und sogar Software je nach Standort um bis zu 30% variieren können. Mit einer geänderten IP-Adresse kannst du verschiedene regionale Preise vergleichen und möglicherweise erheblich sparen.
Genieße die Freiheit des Internets
Sperrungen von Internetinhalten in Deutschland sind relativ selten oder werden über eine einfach zu umgehende DNS-Sperre umgesetzt. Zuletzt wurden russische Nachrichtenportale auf diese Weise blockiert. Wenn Du dich im Urlaub allerdings in bestimmten Ländern aufhältst, wirst du die Freiheit des Internets möglicherweise vermissen.
Um die dortige Zensur und Internet-Überwachung zu umgehen, solltest Du anonym surfen.

Besonders kritische Länder: In Ländern wie China (Great Firewall), Russland, Iran, Nordkorea, Turkmenistan und Saudi-Arabien werden große Teile des Internets zensiert. Soziale Medien, Nachrichtenportale und Messaging-Dienste sind dort oft komplett blockiert. Journalisten, Aktivisten und normale Bürger in diesen Ländern sind auf Anonymisierungstools angewiesen, um auf unzensierte Informationen zuzugreifen.
Verhindere eine Drosselung deines Datenverkehrs
Internet-Drosselungen (ISP-Drosselung) verletzen den Grundsatz der Netzneutralität, der besagt, dass Internetprovider jegliche Kommunikation über das Internet gleich behandeln müssen. Während der Corona-Krise drosselten einige Streaming-Anbieter ihre Übertragungsrate, um das Netz weniger zu belasten. Gleichzeitig bereitete die EU aber auch eine Verordnung vor, die es den Internetanbietern erlauben sollte, die Übertragungsrate an kritischen Punkten zu drosseln. Der Internet-Service-Provider kann diese Drosselung von Diensten aber nur dann vornehmen, wenn er weiß, welche sie aufrufen.
Deep Packet Inspection (DPI): Viele ISPs nutzen diese Technologie, um den Datenverkehr zu analysieren. Sie können erkennen, ob du streamst, Torrents nutzt oder Online-Spiele spielst – und diese Dienste gezielt verlangsamen. Ein VPN verschlüsselt deinen Datenverkehr vollständig, sodass der ISP nicht mehr sehen kann, welche Art von Daten du überträgst.
Möglichkeiten, um die IP Adresse zu verbergen
Es gibt verschiedene Methoden zum Verbergen der IP-Adresse, die unterschiedlich effektiv sind. Hier ein Überblick über die gängigsten Optionen:
Vergleichstabelle: Methoden im Überblick
| Methode | Verschlüsselung | Geschwindigkeit | Sicherheit | Kosten | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|---|
| VPN | ✅ Stark (AES-256) | ⭐⭐⭐⭐ Gut | ⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr hoch | 💰 Ca. 3-12€/Monat | 🏆 Beste Wahl |
| Tor-Browser | ✅ Mehrfach | ⭐⭐ Langsam | ⭐⭐⭐⭐ Hoch | ✅ Kostenlos | Für maximale Anonymität |
| Proxy-Server | ❌ Keine | ⭐⭐⭐ Mittel | ⭐⭐ Gering | ✅ Meist kostenlos | Nur für Geo-Umgehung |
| Öffentliches WLAN | ❌ Keine | ⭐⭐ Variabel | ⭐ Sehr gering | ✅ Kostenlos | Nicht empfohlen |
Einen VPN verwenden
Den Begriff VPN hast du vielleicht schon einmal gehört. Er steht für Virtual Private Network. Stell dir den VPN am besten als eine Art Mittelsmann vor, der deine Webseitenanfragen entgegennimmt und an den angefragten Webdienst weiterleitet.
Dabei verschlüsselt der zwischengeschaltete VPN-Server den gesamten Datenverkehr und bietet so einen hohen Schutz deiner Privatsphäre.
Deine öffentliche IP-Adresse sowie Zeit und Dauer der Internetnutzung müssen von deinem Internet-Provider gemäß gesetzlicher Richtlinien zehn Wochen lang gespeichert werden (Vorratsdatenspeicherung). Einige der kommerziellen VPN-Anbieter haben eine No-Log-Richtlinie. Damit hast du die Möglichkeit, die Vorratsdatenspeicherung auf legale Art und Weise zu umgehen.
Deine wahre IP-Adresse bleibt für die besuchten Websites, die verwendeten Online-Apps, P2P-Dienste verborgen. Die IP-Adresse wird mit der des VPN-Servers ersetzt, was einen geheimen Standort ermöglicht. Die aufgerufenen Dienste können nur die „virtuelle“ IP-Adresse sehen. Wichtig ist, einen vertrauenswürdigen VPN-Anbieter auszuwählen, der deine Aktivitäten nicht protokolliert.
Die VPN-Anbieter lassen es außerdem zu, dass du Server-Standorte in anderen Ländern auswählen kannst. Damit kannst du Ländersperren – das sogenannte Geoblocking – umgehen und zum Beispiel amerikanische Streaming-Dienste nutzen.

VPN-Protokolle im Detail
Die Sicherheit und Geschwindigkeit eines VPN hängt maßgeblich vom verwendeten Protokoll ab. Hier die wichtigsten im Überblick:
- OpenVPN: Das am weitesten verbreitete Open-Source-Protokoll. Es gilt als sehr sicher, da der Code öffentlich überprüfbar ist. OpenVPN nutzt SSL/TLS-Verschlüsselung und ist auf den meisten Plattformen verfügbar. Ideal für Nutzer, die maximale Sicherheit priorisieren.
- WireGuard: Das neueste Protokoll auf dem Markt, bekannt für seine hohe Geschwindigkeit und moderne Kryptografie. Der Code ist mit nur etwa 4.000 Zeilen deutlich schlanker als OpenVPN (ca. 400.000 Zeilen), was die Überprüfung erleichtert. Besonders empfehlenswert für Streaming und Gaming.
- IKEv2/IPSec: Besonders stabil bei Netzwerkwechseln, ideal für mobile Geräte. Wenn du zwischen WLAN und Mobilfunk wechselst, bleibt die VPN-Verbindung bestehen.
- L2TP/IPSec: Ein älteres Protokoll, das als Fallback dient. Bietet solide Sicherheit, ist aber langsamer als moderne Alternativen.
- PPTP: Veraltet und unsicher – sollte nicht mehr verwendet werden, da bekannte Sicherheitslücken existieren.
Worauf du bei der VPN-Auswahl achten solltest
- No-Log-Policy: Der Anbieter sollte keine Verbindungsprotokolle speichern. Achte auf unabhängige Audits (z.B. durch Deloitte, PwC oder Cure53).
- Firmensitz: Anbieter in Ländern ohne Vorratsdatenspeicherung (z.B. Panama, Schweiz, British Virgin Islands) sind oft vertrauenswürdiger.
- Kill Switch: Diese Funktion trennt automatisch die Internetverbindung, falls die VPN-Verbindung abbricht – so wird deine echte IP nie versehentlich offengelegt.
- DNS-Leak-Schutz: Stellt sicher, dass DNS-Anfragen nicht an deinen ISP weitergeleitet werden.
- Anzahl der Server: Mehr Server bedeuten in der Regel bessere Geschwindigkeiten und mehr Optionen für Geo-Umgehung.
- Gleichzeitige Verbindungen: Achte darauf, wie viele Geräte du gleichzeitig schützen kannst.
Die Auswahl an VPN-Anbietern ist groß und unterscheidet sich hinsichtlich der Auswahl an Servern, ihrer Zuverlässigkeit, der Geschwindigkeit, die Anzahl der Geräte, den verwendeten Protokollen und nicht zuletzt am Preis. Kostenlose Anbieter schränken ihre Bandbreite in der Regel ein oder beschränken den Zugang auf ein Gerät – sie sind daher nicht zu empfehlen. Zudem finanzieren sich viele kostenlose VPNs durch den Verkauf von Nutzerdaten.
Zu den bekannten und empfehlenswerten Anbietern gehören:
- NordVPN – Über 5.500 Server in 60 Ländern, eigenes NordLynx-Protokoll (basierend auf WireGuard)
- ExpressVPN – Bekannt für hohe Geschwindigkeiten und zuverlässige Streaming-Umgehung
- SurfsharkVPN – Unbegrenzte Geräteanzahl, günstiger Preis
- CyberGhost – Über 9.000 Server, spezialisierte Server für Streaming
- Mullvad – Fokus auf Privatsphäre, anonyme Bezahlung möglich
- ProtonVPN – Schweizer Anbieter mit starkem Datenschutz, kostenlose Basisversion
Es gibt mittlerweile auch Browser, wie Opera, die einen VPN integriert haben. Allerdings handelt es sich dabei technisch gesehen oft nur um einen Proxy, der nicht den gesamten Datenverkehr schützt.
Es gibt viele Möglichkeiten, deine IP Adresse zu verbergen, aber nicht alle sind sicher. Einige können deine Privatsphäre und Sicherheit gefährden, während andere deine Surfgeschwindigkeit verlangsamen können. Ich habe verschiedene Methoden zum Verbergen der Adresse getestet und möchte sie Dir in diesem Beitrag erklären.
Die einfachste und sicherste Methode ist die Verwendung eines VPN-Anbieters. Das VPN verlangsamt deine Geschwindigkeit nicht so stark wie einige der anderen Methoden, schützt deine Verbindung, hält deinen IP-Standort geheim und umgeht Dienste, die deine echte Internetadresse blockieren.
Schutz dank des TOR-Netzwerkes
Eine weitere Möglichkeit, die eigene IP-Adresse zu verschleiern, bietet der Tor-Browser. Tor ist die Abkürzung für „The Onion Routing“, einem Overlay-Netzwerk zur Anonymisierung von Verbindungsdaten.
Anders als bei den gängigen Browsern Google Chrome oder Firefox routet Tor den gesamten Traffic über das Tor-Netzwerk, welches aus zahlreichen unterschiedlichen Servern (Tor-Knoten) besteht. Die Nutzerdaten werden dabei verschlüsselt und die IP-Adresse geändert.
💡 Gut zu wissen: Der Tor Browser verbindet sich mit dem Tor-Netzwerk, das von tausenden Freiwilligen weltweit betrieben wird. Anders als bei einem VPN gibt es keinen zentralen Punkt, dem vertraut werden muss, um das Internet privat zu nutzen. Das macht es nahezu unmöglich, das gesamte Netzwerk zu kompromittieren.
Wie bei einer Zwiebel (Onion Routing) besteht das Tor-Netz aus mehreren Schichten. Dabei werden die Anfragen über mindestens drei Knoten geroutet:
- Guard Node (Eingangsknoten): Kennt deine echte IP-Adresse, aber nicht dein Ziel
- Middle Node (Mittelknoten): Kennt weder Quelle noch Ziel
- Exit Node (Ausgangsknoten): Kennt das Ziel, aber nicht deine IP-Adresse
Hierbei kennt jeder Knotenpunkt nur die Identität seines Vorgängers. Woher die Abfrage ursprünglich kam, kann nicht zurückverfolgt werden.
Deine IP-Adresse wird durch den kostenlosen Tor-Browser relativ zuverlässig geschützt. Allerdings geht das komplexe Routing zu Lasten der Geschwindigkeit – typische Downloadraten liegen bei 1-5 Mbit/s. Zudem werden lediglich die Anfragen, die über den Tor-Browser gestellt wurden, verschleiert. Andere Apps oder Geräte in deinem Netzwerk sind weiterhin mit deiner realen IP-Adresse im Internet sichtbar. Zudem könnten sich manche Websites weigern, eine Verbindung herzustellen, wenn sie den Verdacht haben, dass du das Tor-Netzwerk verwendest.
Sicherheitshinweise für Tor:
- Verwende Tor niemals für Logins in persönliche Konten (Social Media, Banking) – dies könnte deine Anonymität aufheben
- Lade keine Dateien über Tor herunter und öffne sie – Dokumente könnten deine echte IP verraten
- Installiere keine Browser-Erweiterungen – diese können Fingerprinting ermöglichen
- Verändere die Fenstergröße des Browsers nicht – auch dies kann zur Identifizierung beitragen
Der BND hat ein System zur Überwachung des Tor-Netzwerks entwickelt und Bundesbehörden gewarnt, dass dessen Anonymisierung „unwirksam“ ist. Das geht aus einer Reihe geheimer Dokumente hervor, die Netzpolitik.org veröffentlicht hat. Experten betonen jedoch, dass diese Angriffe nur unter bestimmten Bedingungen funktionieren und Tor für die meisten Nutzer weiterhin einen guten Schutz bietet.

Einen anonymen Proxy-Server einsetzen
Mit dem Einsatz eines Proxy-Servers, auch bekannt als Smart DNS, kannst Du deine IP-Adresse ebenfalls verbergen. Das wichtigste, was du über Proxys wissen musst, ist, dass sie dazu dienen, deinen wahren Standort zu verschleiern. Wenn du in Berlin wohnst und auf eine Seite zugreifen willst, die nur in den USA verfügbar ist, musst du dir einen Proxy besorgen, um auf die Website zugreifen zu können. Proxys verschleiern deinen wahren Standort, indem sie dir eine neue IP-Adresse geben.
💡 Gut zu wissen: Ein Proxyserver fungiert als Gateway für die Nutzer, um sich mit dem Internet zu verbinden. Er nimmt Anfragen entgegen und leitet sie weiter – wie ein Postbote, der Briefe für dich abholt, aber den Inhalt nicht verschlüsselt.
Dabei nimmt der Proxy-Server deine Webseiten-Anfrage entgegen und leitet sie unter seiner IP-Adresse weiter. Die Antwort wird über den Proxy-Server wieder an den Client zurückgeleitet.
Arten von Proxy-Servern:
- HTTP-Proxy: Nur für Webseiten-Anfragen, keine Verschlüsselung
- SOCKS5-Proxy: Vielseitiger, unterstützt verschiedene Protokolle, optional mit Authentifizierung
- Transparente Proxys: Der Zielserver weiß, dass ein Proxy verwendet wird
- Anonyme Proxys: Verbergen deine IP, geben sich aber als Proxy zu erkennen
- Elite/High-Anonymity Proxys: Verbergen sowohl deine IP als auch die Proxy-Nutzung
Obwohl deine IP-Adresse effektiv verborgen bleibt, hat diese Methode einen Nachteil: Weil Proxy-Server in der Regel kostenlos sind, teilen sich mehrere Menschen die verfügbare Bandbreite. Das Ergebnis: Proxy-Server-Dienste sind sehr langsam und führen zu langen Ladezeiten. Das Streaming von Videos wird damit zur Herausforderung.
Anders als bei VPN-Anbietern erfolgt bei einer Proxy-Verbindung keine Datenverschlüsselung. Angreifer haben damit ein leichtes Spiel, sich Zugang zu deinen Daten zu verschaffen. Kostenlose Proxy-Server bergen zudem das Risiko, dass sie manipuliert sind. Außerdem werden deine Aktivitäten von Proxy-Servern möglicherweise protokolliert.
⚠️ Warnung: Viele kostenlose Proxy-Listen im Internet enthalten kompromittierte Server, die von Hackern betrieben werden. Diese können deinen Datenverkehr mitlesen, Malware einschleusen oder Anmeldedaten stehlen. Verwende Proxys niemals für sensible Aktivitäten wie Online-Banking.
Öffentliches WLAN benutzen
Augenscheinlich ist die Benutzung eines öffentlichen WLAN-Hotspots eine sehr einfache und kostengünstige Alternative, um seine IP-Adresse zu verbergen. Hierbei verwendet der Nutzer nicht die IP-Adresse seines heimischen Netzwerkes, sondern die des öffentlichen WLANs z.B. eines Restaurants.
💡 Gut zu wissen: Öffentliches WLAN gibt es heute an vielen zentralen Orten wie Flughäfen, Shopping-Centern, Cafés, Restaurants oder Hotels, und sie bieten einen meist kostenlosen Zugang zum Internet. Immer seltener muss man sich dabei registrieren.
Allerdings ist ein öffentliches Netzwerk auch immer ein Sicherheitsrisiko. Kriminelle könnten sich Zugang zu Ihrem Computer verschaffen oder Passwörter abgreifen. Zudem könnte die Verbindung unzuverlässig sein, weil sich mehrere Benutzer gleichzeitig verbunden haben und so die Bandbreite aufgeteilt werden muss.
Bekannte Angriffsmethoden in öffentlichen WLANs:
- Man-in-the-Middle (MITM): Ein Angreifer schaltet sich zwischen dich und den Router, um den gesamten Datenverkehr mitzulesen
- Evil Twin: Hacker erstellen ein gefälschtes WLAN mit ähnlichem Namen (z.B. „Starbucks_Free“ statt „Starbucks Free“), um Nutzer zu täuschen
- Packet Sniffing: Mit frei verfügbaren Tools können unverschlüsselte Daten im Netzwerk abgefangen werden
- Session Hijacking: Angreifer können aktive Sitzungen übernehmen, z.B. bei Social-Media-Logins
Wenn du öffentliches WLAN nutzen musst:
- Verwende immer ein VPN
- Achte auf HTTPS bei allen Websites
- Deaktiviere automatische WLAN-Verbindungen
- Schalte Dateifreigabe und AirDrop aus
- Vermeide Online-Banking und sensible Logins
Fazit: Ein VPN bietet den besten Schutz, um die IP Adresse zu verbergen
Eine IP-Adresse verrät deinen Standort, deinen Internetdienstanbieter und bei einer gerichtlichen Anordnung sogar, wer Du bist. Die IP-Adresse beim Surfen oder bei der Benutzung von Apps geheim zu halten, ist also nur legitim und auch nicht verboten.
Die Benutzung eines öffentlichen WLANs, eines TOR-Browsers oder Proxy-Servers bieten einen begrenzten Schutz, dass deine IP-Adresse verborgen bleibt. Sie bringen allerdings Nachteile, wie Geschwindigkeitseinbußen, mögliche Manipulierbarkeit oder sogar behördliche Überwachung, mit sich.
Zusammenfassung der Empfehlungen:
- Für alltägliches Surfen und Streaming: VPN mit WireGuard-Protokoll
- Für maximale Anonymität: Tor-Browser (idealerweise in Kombination mit VPN)
- Für schnelle Geo-Umgehung ohne Sicherheitsanspruch: SOCKS5-Proxy
- Öffentliches WLAN: Nur mit aktiviertem VPN nutzen
Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz, seine Internetprotokolladresse zu verschleiern. Einen relativ guten Schutz bieten aber VPN-Anbieter, die auf eine Protokollierung verzichten und durch unabhängige Audits geprüft wurden. Das Wichtigste ist, dass du eine Methode findest, die für dich am besten funktioniert.
Viele der Anbieter lassen sich kostenlos testen oder bieten eine Erstattung, wenn Du nicht zufrieden bist. Die meisten Premium-VPNs bieten eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie.
Um die IP-Adresse zu verbergen, muss der VPN vor den Browser oder die App geschaltet werden. Auf Smartphones wie dem iPhone und Tablets kannst Du die App des jeweiligen Anbieters verwenden. Selbst für Streaming-Sticks wie Fire TV gibt es die passende Software. Der Opera-Browser beinhaltet einen kostenlosen VPN mit drei möglichen Locations.
Es gibt aber auch Router, bei denen du den gesamten Datenverkehr verschlüsseln kannst, indem Du das jeweilige VPN-Protokoll dort hinterlegst. So werden automatisch alle Geräte in deinem Netzwerk geschützt – auch Smart-TVs, Spielkonsolen und IoT-Geräte, die keine VPN-Apps unterstützen.
Letzte Tipps für deine Online-Sicherheit:
- Kombiniere VPN mit einem sicheren Browser (Firefox, Brave)
- Nutze einen Passwort-Manager
- Aktiviere Zwei-Faktor-Authentifizierung wo möglich
- Halte deine Software aktuell
- Sei vorsichtig mit Browser-Erweiterungen – sie können Tracking ermöglichen

