Wie stelle ich meinen Fernseher von analog auf digital um?

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat angekündigt, dass analoge Fernsehen in diesem Jahr einzustellen. Der Schritt erfolgt nur konsequent. Auf allen anderen Verbreitungswegen, wie z.B. über Satellit und Antenne wurde das analoge Fernsehsignal schon vor Jahren abgestellt.

Das digitale Signal ist bereits über die Kabeldose verfügbar. Es verwendet jedoch eine andere Übertragungstechnik und andere Frequenzen als das analoge Fernsehen. Vereinfacht gesagt teilen sich beim digitalen Fernsehen mehrere Programme eine Sendefrequenz. Dies erweitert die Kapazitäten im knappen Frequenzband und schafft Platz für neue Fernsehsender oder schnelleres Internet.

Wie stelle ich meinen Fernseher von analog auf digital um?

Bei der Frage, wie man ob man den Fernseher von analog auf digital umstellen kann, reicht ein Blick in das Menü des Fernsehers.

 

Welche Gebiete sind betroffen?

Unitymedia versorgt die Bundesländer Nordrhein-Westphalen, Hessen und Baden-Württemberg. Es ist davon auszugehen, dass der zweite große Kabelnetzbetreiber, Vodafone Kabel Deutschland, diesen Schritt ebenfalls in der Zukunft geht.

Unitymedia führt seine Analogabschaltung nicht an einem Tag, sondern in mehreren Stufen durch:

  • Welle eins „Südliches Baden-Württemberg“ am 01.06.2017: Aalen, Freiburg, Göppingen, Horb, Lörrach, Offenburg, Ravensburg, Reutlingen, Sigmaringen, Singen, Ulm, Villingen
  • Welle zwei „Nördliches Baden-Württemberg“ am 06.06.2017: Bad Mergentheim, Böblingen, Heilbronn, Karlsruhe, Ludwigsburg, Mannheim, Pforzheim, Stuttgart
  • Welle drei „Hessen“ am 13.06.2017: Bad Homburg, Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Hanau (Umland), Kassel, Künzell, Marburg, Wiesbaden
  • Welle vier „Südliches Nordrhein-Westfalen“ am 20.06.2017: Aachen, Bonn, Düsseldorf, Hürth, Kerpen, Köln, Krefeld, Mettmann, Monheim, Mönchengladbach, Neuss, Ratingen, Siegen, Wuppertal
  • Welle fünf „Nördliches Nordrhein-Westfalen“ am 27.06.2017: Bielefeld, Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Münster, Oberhausen, Soes

Was muss ich tun, um am Fernseher nicht mehr analog zu schauen?

Zunächst müssen Sie prüfen, ob der Fernseher einen digitalen Tuner für DVB-C integriert hat. Ein Tuner ist das Empfangsmodul des Fernsehers. Es kann entweder digitale Signale oder analoge Signale empfangen und als Bild ausgeben.

Neue Fernseher haben in der Regel einen Tuner, der sowohl analoge, als auch digitale Signale verarbeiten kann. Alte Röhrenfernseher haben diesen Tuner nicht. Aber Achtung! Auch bei neueren Fernsehern, insbesondere, wenn diese vor dem Jahr 2010 produziert wurden, muss nicht zwangsläufig ein Tuner für DVB-C vorhanden sein. Zu beachten ist, dass es auch andere Empfangswege gibt: DVT-T und DVB-T2 bei Antenne und DVB-S und DVB-S2 bei Satellit.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, prüfen Sie die Kennzeichnung auf dem Gerät oder Fragen beim Hersteller nach.

Umstellung von analog auf digital, wenn der Fernseher einen DVB-C-Empfänger integriert hat

Um Ihren Fernseher von analog auf digital umzustellen, müssen Sie einen Blick in die Bedienungsanleitung Ihres Fernsehers werfen. Je nach Hersteller und Typ sind unterschiedliche Schritte notwendig, um den Fernseher von analog auf digital umzustellen. In der Regel befinden sich diese Einstellungen im Menü des Fernsehers unter „Empfang“ oder „Sendereinstellungen“.

Für den Empfang von privaten Fernsehsendern über HDTV muss Ihr Fernseher über eine CI+ Schnittstelle verfügen. Sie benötigen ein CI+ Modul und eine SmartCard, die Sie beim Kabelnetzbetreiber erhalten.

Umstellung von analog auf digital, wenn der Fernseher keinen DVB-C-Empfänger integriert hat

Sie benötigen einen DVB-C-Receiver. Diesen erhalten Sie von Ihrem Kabelnetzbetreiber zur Miete oder im Fachhandel zum Kauf.  Zur Zeit empfangen Sie die privaten Programme in Standardauflösung (SD) unverschlüsselt im Kabel. Es ist aber davon auszugehen, dass die SD-Ausstrahlung künftig eingestellt wird und private Fernsehsender nur noch kostenpflichtig und hochauflösend (HDTV) zur Verfügung stehen werden. Der Receiver muss daher die Verschlüsselung dieser Sender verarbeiten können.

Wenn Sie außerdem die privaten Fernsehsender in HDTV sehen möchten, benötigen Sie einen DVB-C-Receiver mit einer CI+ Schnittstelle. Sollten Sie einen solchen Receiver erworben haben, benötigen Sie ein CI+ Modul von und eine SmartCard. Als weitere Alternative bieten sich Receiver an, die für die Entschlüsselung eine virtuelle, integrierte SmartCard beinhalten (z.B. Unitymedia Horizon).

Wenn Ihr Fernseher über einen HDMI-Anschluss verfügt, verbinden Sie den Receiver mit einem HDMI-Kabel mit Ihrem Fernseher. Wenn Sie einen Röhrenfernseher besitzen, können Sie den Fernseher über den Scart-Ausgang des Receivers verbinden. In jedem Fall verbinden Sie den Receiver über ein Koaxialkabel mit der Kabeldose in Ihrer Wohnung.

Kann ich statt Kabelfernsehen auf Antenne oder Satellit umstellen?

Wenn Sie Mieter einer Mietwohnung sind, sind die Kosten des Kabelanschlusses häufig in den Nebenkosten enthalten. Der Kabelanschluss ist dann Bestandteil der Mietsache und kann nicht separat gekündigt werden. Diese Vereinbarungen können Sie im Mietvertrag nachlesen.

Als Mieter ist es Ihnen zudem häufig untersagt, eine Außenantenne oder Satellitenschüssel an die Fassade des Hauses anzubringen. Auch das Bohren in Fenster, Türen und durch Außenwände dürfte den meisten Mietern untersagt sein.

Wenn Sie dennoch von Kabelfernsehen auf Satellit umstellen möchten, befolgen Sie die nachstehenden Tipps. Für Satellit gibt es sogenannte Balkonständer. Voraussetzung ist ein Balkon in Richtung Süden. Achten Sie darauf, dass die Satellitenschüssel nicht über die Brüstung des Balkons ragt. Zum Überbrücken der Balkontür können Sie flaches Koaxialkabel verwenden. Sie benötigen neben der Satellitenschüssel und dem Koaxialkabel auch einen passenden Receiver (DVB-S2).

Wenn Sie von Kabelfernsehen auf Antenne umstellen möchten, müssen Sie zunächst sicherstellen, dass Ihr Wohnort mit DVB-T2 versorgt wird. Ist das Signal ausreichend stark, reicht u.U. eine Zimmerantenne mit 5-Volt-Spannungs­versorgung als Signalverstärker aus. Zusätzlich benötigen Sie einen DVB-T2-Receiver. Beachten Sie, dass die privaten Programme nur noch verschlüsselt und kostenpflichtig zu empfangen sind. Wenn Sie auf diese Sender nicht verzichten wollen, benötigen Sie einen Receiver, der das sogenannte „freenet TV“ empfängt.

Von |2018-08-11T16:11:57+00:0010.08.18|Technik|0 Kommentare

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