Zuletzt aktualisiert am 11. Oktober 2019 um 17:10

Für gewöhnlich bin ich skeptisch, wenn es um die Nutzung des Amazon Prime Days geht. Das hat den Hintergrund, dass an solchen Tagen das Bestellaufkommen wesentlich höher sein dürfte und die DHL Packstationen zu schnell überfüllt sind. Es ist ein graus, wenn die Sendung stattdessen in eine Postfiliale umgeleitet wird. Nicht nur, dass die Sendung dann erst am nächsten Tag entgegen genommen werden kann, man muss in der Post für gewöhnlich auch relativ lange anstehen und sich natürlich an die Öffnungszeiten halten. Alles Gründe, warum ich das Konzept der Packstation sehr schätze.

Meine Bestellung: Fire TV Stick 4K, Elgato Game Capture HD60 S und WINGONEER HDMI Splitter

Dieses Jahr habe mich dann doch gewagt und drei Technik-Artikel bestellt.

Der erste Artikel, ein Wingoneer 1×2 HDMI Splitter, kostet 14,99 Euro und war nicht Teil des Amazon Prime Days. Ich hatte mich am Wochenende zuvor sehr lange damit beschäftigt, welche Möglichkeiten es gibt, den lästigen HDMI-Kopierschutz “HDCP” umgehen zu können. Dabei geht es mir nicht darum, das Urheberrecht zu verletzen oder gar Filme illegal zu kopieren. Nein, meine Absicht liegt vielmehr darin, Screenshots von Google Chromecast oder der Unitymedia Horizon Box aufzunehmen. Ich baue diese ab und zu in Artikel dieses Blogs ein und fand es aus der Zeit gefallen, den Fernseher “abzufotografieren”.

Jedenfalls soll der Wingoneer 1×2 HDMI Splitter dem am Eingang angeschlossenen Gerät vorgaukeln, dass das Ausgabegerät den HDCP-Standard unterstützt. Bei der Ausgabe wird HDCP dann jedoch nicht mit übergeben, sondern einfach entfernt.

Stark reduziert war das Elgato Game Capture HD60 S. Statt 146,22 Euro gab es den Artikel um 49,01 Euro reduziert, für 124,99 Euro. Das Device kann ein HDMI-Signal in 1080p/60 fps aufnehmen. In Verbindung mit dem Wingoneer 1×2 HDMI Splitter lässt sich so die Ausgabe des Chromecasts oder eines Sat-Receivers aufnehmen. Gamer streamen damit ihre auf der Xbox oder PlayStation gezockten Spiele auf Twich.

Schließlich habe ich noch den Fire TV Stick 4K Ultra bestellt. Der Stick war um 30,00 Euro auf 29,99 Euro reduziert. Zwar bin ich mit dem Chromecast Ultra sehr zufrieden, allerdings war ich neugierig, wie das Konkurrenzprodukt funktioniert.

Bestellung war am nächsten Tag in der Packstation

Im Laufe des Dienstags erhielt ich insgesamt drei SMS: Entgegen meiner Befürchtung wurden alle Bestellungen in die Packstation geliefert. Ich leerte die Fächer schon am Nachmittag, kam aber erst am Abend dazu, mich mit der bestellten Technik auseinanderzusetzen.

HDMI Splitter und Horizon Box vertragen sich

Am HDMI Ausgang der Unitymedia Horizon Box habe ich den HDMI Splitter angeschlossen. Der HDMI-Splitter verfügt über zwei HDMI-Out. Einer führt zu meinem AV-Receiver, dem Yamaha RX-S600D, der das HDMI-Signal an den Fernseher unverändert durchschleift. Den zweiten HDMI-Out des Splitters habe ich mit dem HDMI-In des Elgato Game Capture HD60 S verbunden.

Die Elgato Game Capture HD60 S habe ich über USB an die ZOTAC ZBOX nano CI527 angeschlossen. Die Hardware wurde von Windows problemlos erkannt, so dass ich sie über den VLC-Player direkt ansprechen konnte. Um im VLC-Player einen Screenshot vom abgespielten Video zu erstellen, verwendet man einfach die Tastenkombination Shift + S. Die ersten Screenshots habe ich ich im Beitrag über die Restart-Funktion der Unitymedia Horizon Box eingebunden.

Ich war zufrieden, dass mein Plan, auf diese Art und Weise Screenshots zu erstellen, funktioniert hat. Die meisten HDMI-Splitter, die HDCP aushebeln, waren bei Amazon nicht mehr verfügbar und insgesamt sind die Informationen über dieses “heikle Thema” eher spärlich. Ich kann verstehen, dass die Filmindustrie etwas gegen Raubkopien unternehmen muss, aber es bleibt letztlich immer ein Katz- und Mausspiel, bei dem der gerade neu entwickelte Kopierschutz nach kurzer Zeit wieder umgangen werden kann. Leidtragende sind die Verbraucher, die neue Receiver oder Streaming-Sticks mit älteren Endgeräten nicht mehr problemlos nutzen können.

Fire TV 4K Stick mit umständlicher Einrichtungsprozedur

Am späten Abend habe ich dann auch noch den Fire TV 4K Stick in Betrieb genommen. Während der Google Chromecast über eine App eingerichtet wird, setzt Amazon auf die etwas umständliche Einrichtung per Fernbedienung. So muss man nicht nur das WLAN-Passwort per Fernbedienung eingeben, sondern auch die Benutzerdaten des Amazon-Kontos.

Im weiteren Einrichtungsdialog lassen sich bereits populäre Apps herunterladen, z.B. die des gerade neu gestarteten Pro7Sat1-Streaming-Diensts “Joyn”. Ich schaute ein paar Minuten das Programm “Das Erste”, welches bei Joyn in HDTV angeboten wird.

Nachdem die Einrichtung abgeschlossen war, beschäftigte ich mich mit der dream Player for Fire TV-App. Sie streamt die Fernseh- und Radiosender meines Enigma2-Receivers, der Dreambox DM 920, über den Fire TV Stick. Leider ist die App in der kostenlosen Variante stark eingeschränkt – man kann nur einige Programme streamen. Die App ist aus meiner Sicht viel mehr eine Demo der kostenpflichtigen Variante.

Im Vergleich zum Chromecast Ultra funktioniert der Fire TV 4K Stick nur über WLAN. Wenn man also 4K-Inhalte streamen möchte, ist ein schnelles WLAN Grundvoraussetzung. Der Chromecast-Ultra hingegen ist mit einer RJ45 Ethernet-Schnittstelle ausgestattet.

In den nächsten Tagen werde ich den Fire TV 4K Stick ausgiebig testen.